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Tipp 4 Wie baue ich meine Geschichte auf und ziehe den Leser in den Bann?


Du hast eine tolle Idee, weißt aber nicht, wie du sie umsetzen oder wie du beginnen sollst? Nur nicht verzweifeln…

Schritt 1: gnadenlos aufschreiben, was dir in der Rübe rumgurkt.

Nun kannst du erst einmal Luft holen und dich sortieren.

Wahrscheinlich bist du bis jetzt davon ausgegangen, dass du mit dem ersten Satz deine Geschichte oder deinen Roman beginnen müsstest. Du liegst falsch.

Deine Szene, die du gerade aufgeschrieben hast, kann auch das dritte Kapitel sein, das zehnte oder gar der Schluss deines Romans.

Du hast nun erst einmal deinen Kopf freigeschrieben. Bist du immer noch begeistert, von dem, was du aufs Papier gebracht hast? Bravo!

Nun kannst du überlegen, wie du weitermachst. Du musst nicht chronologisch schreiben. Dafür gibt es kein Gesetz. Aber du solltest eine vage Vorstellung haben, wie es nun weitergeht oder ob die aufgeschriebene Szene ein Vorspiel benötigt usw.

Manche erfahrene Schreiber machen sich einen groben Plan – das nennt man plotten. Im Internet gibt es dafür eine Menge Tipps, deshalb gehe ich hier nicht näher darauf ein. Ich nenne dir nur ein paar gängige Methoden, nach denen du nun suchen kannst: Heldenreise, Schneeflockenmethode, 3-Akt-Modell…

Aber: du musst nicht unbedingt plotten. Wenn du zu den sogenannten Pantsern gehörst, dann schreibst du eher intuitiv und das ist auch völlig in Ordnung. Allerdings – so ganz ohne Struktur geht es nicht.

Ich bin ein bekennender Pantser und kann dir deshalb den Tipp geben, dir verschiedene Tabellen und Übersichten anzulegen. So behältst du die Übersicht, kannst dir künftige Szenen, die dir beim Schreiben einfallen, schon mal notieren oder auch Details vormerken, die du zum Beispiel am Anfang der Geschichte irgendwo platzierst und die du später benötigst. Das mit den Details erkläre ich dir in Tipp 12.

Wir sind ja immer noch beim Aufbau der Geschichte. Ich arbeite zum Beispiel sehr gerne mit einem sogenannten Szenentracker. Jede Szene wird in Tabellenform kurz skizziert (geht auch prima, nachdem du sie aufgeschrieben hast). Wo handelt sie, wer kommt drin vor, wichtigster Inhalt, was bezwecke ich mit dieser Szene und welche Geheimnisse oder Cliffhanger habe ich vorgesehen oder implementiert (versteckt). Wenn du dich mit den Plotmethoden beschäftigst (und das solltest du unbedingt), wirst du immer wieder merken, dass darin viele Ideen und Erfahrungen versteckt sind, die Fragen beantworten: Wie erzeuge ich Spannung, wo muss ich eine Krise platzieren, damit es nicht langweilig wird, wie baue ich eine glaubwürdige Figur auf usw. Es ist also nicht verkehrt, sich das gründlich anzuschauen. Du kannst deinen Text aber auch später mal unter diese „Schablone“ halten und schauen, wo du am besten noch eine Szene einfügst, damit die Handlung rund wird und den von dir gewünschten Effekt erzeugt.