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Tipp 20 Vorsicht bei der Namenswahl oder Namen sind Schall und Rauch?


Die meisten Leser sind nicht in der Lage, sich mehrere Namen in kurzer Zeit einzuprägen. Das hatte ich ja schon in Tipp 13 erwähnt.

Ist es dir auch schon so gegangen, dass du im Buch zurückblättern musstest, um zu schauen, wer denn um Gottes Willen dieser Manfred war, von dem auf Seite 10 berichtet wird? Und wer war gleich nochmal diese Sigrid, die dem Manfred hinterherspioniert?

Noch unübersichtlicher wird es, wenn der Autor mal mit Vornamen, mal mit Nachnamen arbeitet, ähnliche oder auch zu komplizierte Namen verwendet oder alle Namen mit dem gleichen Buchstaben anfangen.

Es kann ein Markenzeichen sein, wenn der Autor zum Beispiel Vor- und Zunamen jeweils mit dem gleichen Buchstaben beginnen lässt. Anna Ardell, Moni Muster, Tino Tamme usw.  Das kann man machen, wenn die Namen eingängig formuliert und flüssig zu lesen sind und nur Anna Ardell und nicht auch noch Arne Abend, Anita Amsel und Ariola Achimov vorkommen.

Ich habe in meinem Beispiel in Tipp 3 die Namen Bennit und Binnewit gewählt. Die sehen auf den ersten Blick tatsächlich unterschiedlich aus. Spätestens, wenn Bennit und Binnewit häufiger miteinander zu tun haben, hat der Leser jedoch nicht viel Freude und weiß bald nicht mehr, wer denn nun wer ist.

Wenn du dann noch Namen wählst, die sperrig zu lesen sind, gibt auch der mutigste Leser auf.

Gleiches gilt natürlich für Ortsnamen.  Schnickschnuckewitz, Schmotzelhausen oder auch Schwarzpfiffelwitz klingen zwar niedlich, sind aber holprig zu lesen und vermengen sich im Lauf des Geschehens möglicherweise zum Einheitsbrei.

Genau das willst du aber nicht. Jede deiner Figuren ist einzigartig, jeder Ort besonders. Also gib dir Mühe bei der Namenssuche. Ein paar Möglichkeiten zur Namensfindung schreibe ich dir hier gleich mit auf.

Es gibt im Internet jede Menge Webseiten mit Namenslisten, sogar extra für Genres wie Steam Punk oder Fantasy usw. Manche Autoren bedienen sich auch in der Antike und/oder wandeln die Namen etwas ab, damit sie besser über die Zunge gehen. Viele schauen sich in fremden Sprachen um und/oder versuchen, Namen mit einer Bedeutung zu finden, die dem Charakter der Figur entspricht.

Das kann man alles machen.

Ich selbst bevorzuge folgende Methode (für den Fall, dass die Figur nicht schon ihren Namen dabei hat und sich dagegen wehrt, umbenannt zu werden – doch, das passiert!). Ich nehme einen gängigen Namen, beispielsweise Andreas. Nun würfle ich die Buchstaben etwas durcheinander, lasse auch mal einen weg oder füge einen hinzu. So kann aus Andreas werden:

Sandrea

Ardenas

Derasena

Nardes

Edarnas

Usw.

Eine meiner Figuren brachte mal den schönen Namen Epistophanus Dokokkulu mit. Naja, eigentlich war der Name zuerst da, etwas später dann die Figur. Kein Wunder, der brauchte ja schon einen halben Tag, um das Ding durch meine Tür zu pressen. Ich habe mich dann mit ihm geeinigt, dass ich ihn Epido nennen darf. Das gefiel uns beiden.