Ein Hund namens Benno
Heide angelte mit dem Fuß nach ihrem Pantoffel, der sich ihren Bemühungen zum Trotz immer weiter unter das Sofa schob. Schlaftrunken gähnte sie. Irgendetwas hatte sie geweckt.
Sie war gegen sieben Uhr vom Dienst nach Hause gekommen und wollte sich nur kurz bei einem Tee auf dem Sofa entspannen. Offensichtlich war sie eingeschlafen, bevor sie auch nur einen Schluck aus der Tasse genommen hatte, die sie nun anklagend ansah. Inzwischen war der Tee natürlich kalt.
„Komm her, du Biest“, schimpfte Heide und kniete sich in den Spalt zwischen Sofa und Tisch. „Da bist du ja!“
Triumphierend zog sie den widerspenstigen Pantoffel aus der Dunkelheit und angelte gleich noch zwei Chips hervor, die es sich dort ebenfalls gemütlich gemacht hatten. In diesem Moment ertönte ein Geräusch. Etwas kratzte an ihrer Haustür.
Brummelnd stemmte Heide sich hoch, steckte den Fuß in den abtrünnigen Hausschuh und ging zur Tür. Durch die Scheibe sah sie das draußen tobende Schneegestöber. Dicke Wolken verdunkelten den Tag. Es konnte doch noch nicht Nachmittag sein, oder?
Ein Blick auf die Armbanduhr bestätigte, dass es erst kurz vor Zwölf war.
Als sie die Tür öffnete, sah sie zunächst niemanden. Etwas Großes huschte plötzlich an ihren Beinen vorbei ins Haus und bestäubte ihre Füße mit Schnee. Verdutzt drehte Heide sich um. Sollte etwa wieder der Kater der Nachbarn Unterschlupf bei ihr suchen?
Statt des Katers sah sie jedoch ein Schäferhund an. Er hatte sich artig hingesetzt und betrachtete sie aus dunkelbraunen Augen, als wolle er sich dafür entschuldigen, dass er in ihr Heim eingedrungen war. Heide schnappte nach Luft.
Das schien für das Tier das Signal zu sein. Es sprang auf, wandte sich um und flitzte zum Tisch, auf dem Heide die beiden Chips abgelegt hatte. Ein kurzes Knuspern und die Chips waren Geschichte.
„Wer…?“ Die Frage blieb Heide im Hals stecken. Das Tier konnte ja nicht antworten.
Nun saß es wieder da, hatte den Kopf schief gelegt und sah sie an. Dann ertönte ein lautes „Wuff“.
„Äh…“
Heide war immer noch perplex. Die Größe dieses fremden Hundes war respekteinflößend. Ein wenig kannte sie sich mit Hunden aus. Aber diesen hier hatte sie noch nie gesehen und so ein fremder Schäferhund in der eigenen Wohnung… Sie ließ die Arme locker am Körper herab hängen, wie sie es gelernt hatte. Aber sie wäre nicht einmal wenn jemand sie mit einer Waffe bedroht hätte, fähig gewesen, sich zu bewegen.
Das Tier schien begriffen zu haben, dass Heide eine Reaktion von ihm erwartete. Es erhob sich langsam und lief in einem Bogen um sie herum. Das war in der Enge des Zimmers schon eine kleine Meisterleistung. Heides Blick folgte ihm, während ihr Körper noch in der Schockstarre verharrte, den ihr Gehirn ihm befohlen hatte.
Der Hund stupste mit seiner schwarzen Nase gegen Heides Stiefel, die im Flur zum Trocknen aufgestellt waren. Heides Gedanken rasten. Sollte sie schnell zur Tür springen und sie verriegeln? Dann säße der Hund im Flur und sie in der Stube. Allerdings lag ihr Handy auf der Kommode in der Ladeschale. Direkt über den nun gespitzten Ohren des Eindringlings. Und nur mit ihrem Hausanzug und Hausschuhen bekleidet aus dem Fenster zu steigen und durch den dicken Schnee bis zum Nachbarn zu stapfen? Nein, das konnte sich Heide nicht vorstellen. Sie war ja schließlich keine fünfundzwanzig mehr.
Der Hund sah sie weiterhin aufmerksam an, winselte und stieß noch einmal ihre Schuhe an.
„Ich soll die Stiefel anziehen?“
Das Tier beobachtete sie aufmerksam. Seine lange rosafarbene Zunge hing ihm zwischen seinen beiden Reißzähnen aus dem Maul. Fast sah es aus, als ob der Hund lächelte.
Heide war sich überhaupt nicht sicher, dass sie das Richtige tat. Aber offensichtlich… Sie machte einen Schritt nach vorn. Ihr Bein fühlte sich wie Blei an und als sie den Fuß aufsetzte, dröhnte es in ihren Ohren. Der Hund wich einen Schritt zurück.
„Braver Hund!“
Heide tat den nächsten Schritt, langsam und bewusst das Gewicht auf das hintere Bein verlagernd.
Der Hund wich erneut ein kleines Stück zurück.
„Brav, mein Guter. Ich glaube, ich habe begriffen.“
Heide angelte mit langem Arm nach ihren Stiefeln, bekam sie zu fassen und zog sie zu sich heran.
Der Schäferhund wedelte mit dem Schwanz die Krümel von der Eingangsmatte und guckte treudoof.
Nun hatte Heide ihre Fassung wiedergewonnen. Offensichtlich wollte das Tier ihr nichts tun. Aber warum sollte sie ihre Schuhe anziehen? Dann wohl auch die Jacke?
Sie steckte das Handy in die Jackentasche, zog ihre Fäustlinge aus der Schublade und war sich in diesem Moment ziemlich sicher, dass der Hund tatsächlich lächelte. Sie lächelte zurück, obwohl ihr Herz immer noch einen Trommelwirbel schlug. Wenn sie das ihren Kolleginnen erzählen würde, das glaubte ihr doch gar keiner.
Der Hund trappelte mit den Vorderpfoten und wich einen Schritt zur Seite, als Heide die Haustür öffnete. So schnell, wie ihr haariger Gast ins Haus geschlüpft war, war er auch wieder hinausgehuscht. Sie könnte die Tür nun einfach zuschlagen und wäre den ungebetenen Besucher los. Aber die Neugier siegte. Irgendetwas wollte das Tier ihr doch zeigen und Heide wäre nicht Heide, wenn sie da nicht wenigstens mal nachschauen würde.
Sie schloss die Haustür sorgfältig hinter sich, während der Hund am geöffneten Gartentörchen wartete. So war er also hereingekommen!
Als Heide sich dem Tor näherte, hinterließ sie tiefe Abdrücke im Schnee. Ihre Spuren von heute Morgen waren längst zugeschneit. Noch immer fielen dicke Flocken und verzauberten die Landschaft.
Heide nieste und der Hund, der bis dahin mit aufgestellter Rute am Tor gestanden hatte, sprang wie auf Kommando los. Er wandte sich nach rechts. Dort lag nur noch ein Grundstück, danach begann der Wald. Heide zog sich die Kapuze über den Kopf und schürzte die Lippen. Wohin wollte der Hund sie führen? Bei diesem Wetter würde sie nicht weit kommen, zumal es um ihre sportliche Kondition nicht eben bestens bestellt war.
Der Hund sprang wie ein junges Reh durch den Schnee und drehte sich immer wieder nach ihr um. Das sah lustig aus und Heide dachte sich, dass sie ihm ein Weilchen folgen würde. Spätestens aber wenn das Haus des neuen Nachbarn in Sicht geriet, würde sie umkehren, das stand fest.
Die Grundstücke in dieser Gemeinde lagen einige hundert Meter auseinander, wie wild verstreut rings um den Turmberg. Der hieß so, weil auf diesem Berg einst ein Turm stand, der dazu diente, die umliegenden Ortschaften vor anrückenden Feinden zu warnen. Heute war nur noch eine Ruine zu sehen. Aber das Schneegestöber verschleierte die Sicht darauf.
Heide kam nur mühsam vorwärts. Der Schnee wehte ihr ins Gesicht und die Kälte biss ihr in die Nase. Fast wäre sie trotz aller Neugier umgekehrt.
Ein paar Schritte weiter buddelte der Hund wie wild im Schnee und zog an einem dunklen Gegenstand. Dann kläffte er und zog erneut daran.
So schnell es ging, stapfte Heide darauf zu. Ihre Füße kämpften mit dem nassen Schnee. Sie merkte, wie erste Feuchtigkeit durchsickerte. Na prima!
Der Hund kläffte abermals, aufgeregt und dringlich. Heide fragte sich gerade, was er da im Maul hatte, als ihr vor Schreck die Luft wegblieb.
Finger.
Eine Hand ragte aus dem Schnee.
Der Hund hatte die Zähne um einen Jackenärmel gelegt und zerrte kräftig. Seine Rute wedelte durch den Schnee. Endlich war Heide angekommen und stürzte auf die Knie. Sofort ließ der Hund von dem Ärmel ab. Heide wischte den Schnee von der reglos liegenden Gestalt ab, die sich darunter verbarg. Es war ein Mann, bleich, die Augen geschlossen. Sein Pulsschlag war kaum spürbar. Aber er atmete.
Heides Herz schlug gegen die Rippen, als ob es ihren Brustkorb sprengen wollte. Sie sah sich um. Kein Mensch war in der Nähe, das Haus des Nachbarn war im Schneetreiben nicht zu erkennen. Mit klammen Fingern kramte sie das Handy aus der Jackentasche und rief den Rettungsdienst. Stabile Seitenlage, dachte sie. Der Mann war schwer und steif, aber Heide schaffte es, drehte den Körper des Mannes herum… und überlegte dann, dass er nicht auskühlen durfte. Sie zog seinen Kopf und den Oberkörper auf ihre Knie, bemüht, ihn nicht mehr als notwendig zu bewegen. Blut konnte sie nicht sehen. Wer weiß, was passiert war? Sie rieb die kalten Hände des Mannes und hoffte dabei, dass er aufwachen möge. Etwas stupste sie an und gleich darauf fühlte sie den warmen Atem des Hundes an ihrer Wange. Dann schnupperte das Tier an dem Mann und leckte ihm übers Gesicht. Es wedelte immer noch mit dem Schwanz. Nicht mehr so enthusiastisch wie vorher, eher verhalten, hoffnungsvoll. Heide nahm an, dass der Mann sein Besitzer war. „Braver Hund! Schau, deinem Herrchen wird geholfen. Gleich, es dauert nicht mehr lange.“
Sie hatte keine Ahnung, wieviel Zeit verstrich, bis der Rettungshubschrauber eintraf. Ihr schien es wie Stunden. Nur ein einziges Mal hatte der Mann kurz die Augen aufgeschlagen, sie angesehen und war dann wieder weggetreten. Sie war sehr in Sorge.
Während der Notarzt sich um den noch immer Bewusstlosen bemühte, schilderte Heide einem Sanitäter, wie der Hund sie zu seinem Herrchen geführt hatte. Dann gab sie noch ihren Namen und ihre Telefonnummer an. Sie würde sich später im Kreiskrankenhaus erkundigen, wie es dem Patienten ergangen war. Sein Gesicht war ihr noch deutlich in Erinnerung, als der Rettungshubschrauber längst abgehoben hatte. Dunkles, längeres Haar, volle Augenbrauen, eine gerade Nase und ein schmaler Mund. Ein gepflegter Vollbart. Jung war er, jünger jedenfalls als sie.
Ein leises Stupsen an ihrer Hand unterbrach Heides Gedanken. Der Hund. Natürlich. Sie hatte ihn völlig vergessen.
Er hatte sich vorbildlich benommen und stand nun erwartungsvoll neben ihr. Seine Rute wedelte leicht, die Lefzen waren wieder zu einem Grinsen verzogen und seine Zunge hing seitlich aus dem Maul.
Heide merkte, wie müde die Anstrengung sie gemacht hatte. Wie auf Kommando riss der Hund die Kiefer auseinander und gähnte herzhaft. „Was mache ich denn mit dir? Ich kann dich doch nicht hier lassen. Komm, wir schauen, ob es auch ein Frauchen zu dir gibt.“
Sie wandte sich in Richtung des Hauses, in dem der neue Nachbar kürzlich eingezogen war und hoffte, dass ihr jemand die Tür öffnen würde.
Der Hund trabte mit einer Selbstverständlichkeit neben ihr her, die sie verwunderte. Er trollte sich mal ein paar Schritte vorneweg, kehrte jedoch sogleich wieder an ihre Seite zurück. Auf seiner Nase tanzten Schneeflocken.
„Du bist gut erzogen, was?“
Das Haus war nur etwas um die fünfzig Meter entfernt. Still lag es da, der Schnee wuchs in einer dichten Schicht bis an die Haustür. „Sven Köllemeyer“ stand auf einem silbernen Schild, das die Form einer Dampflok hatte. Aha, Eisenbahnfan! Oder er arbeitete bei der Bahn?
Auf Heides Klingeln reagierte niemand. Sie drückte noch einmal auf den Knopf. Nichts.
Der Hund stand artig neben ihr und sah ihr interessiert zu.
Heide merkte, wie die Anspannung von ihr abfiel. Gut, dann sollte es eben so sein. Obwohl sie dieses Tier nicht kannte und ihr bei dem Gedanken, es mit nach Hause zu nehmen, etwas mulmig war, käme sie nicht auf die Idee, den Hund draußen in der Kälte zu lassen. Sie fror und das Tier würde auch frieren. Und außerdem konnte sie ihn doch nicht so herrenlos herumlaufen lassen.
Sie sah den Hund an. „Was hältst du davon, mit zu mir zu kommen?“
Der Hund hob die Lefzen und grinste sie an, oder täuschte sie sich? Heide lachte. „Na, dann los!“
Während sie durch den Schnee stapfte und sich Gedanken machte, wie es nun weitergehen sollte, hatte ihr neuer Gefährte offenbar schon einen Plan. Er sprang munter voran und wartete schlussendlich an Heides Gartentörchen, an dem der Schnee sich nun noch mehr türmte. Schnell war er auch im Haus verschwunden, als sie die Tür öffnete. Heide kicherte leise.
Morgen früh würde sie sich erkundigen, wie es Sven Köllemeyer ging. Wobei… Sie nahm ja nur an, dass es der Nachbar war, den sie da gefunden hatte. Naja, das würde sich klären. Während sie dem Hund eine alte Decke hinlegte, eine Schüssel mit Wasser füllte und ihm ein Leberwurstbrot schmierte, drifteten ihre Gedanken zu dem jungen Mann. Es wäre schön, wenn sie ihm selbst sagen könnte, dass es seinem Tier gutging. Vielleicht kam er dann schneller auf die Beine.
Der Hund schmatzte zufrieden und sah Heide auffordernd an. „Noch ein Brot?“
Sie hätte schwören können, dass die Augen des Tieres strahlten, als sie erneut zur Leberwurst griff. Langsam machte es ihr Spaß, den Hund im Haus zu haben.
Obwohl Heide etwas unruhig schlief und wilde Träume hatte, wachte sie am Morgen ausgeruht auf. Benno wartete bereits auf sie, als sie die Treppe herunterkam. Sie hatte den Hund so getauft, weil sein Blick sie irgendwie an ihren ersten Freund, Benno, erinnerte. Gott, war das lange her!
Als sie die Nummer des St. Elisabeth-Krankenhauses wählte, war Heide aufgeregt. Sie hoffte auf gute Neuigkeiten für diesen unbekannten Sven und wurde direkt in die zuständige Abteilung verbunden.
„Sind Sie eine Verwandte von Herrn Köllemeyer?“
Aha, er ist es tatsächlich. Heide stotterte. „Nein, äh, nee. Ich bin nicht verwandt, aber ich habe ihn gestern gefunden und den Notarzt gerufen. Äh, ja. Also verwandt, nee.“
Am liebsten hätte sie sich selbst eine Backpfeife verpasst. Sie war doch kein Teenager mehr!
„Dann kann ich Ihnen keine Auskunft zu seinem Gesundheitszustand geben.“ Die Schwester räusperte sich. „Aber er sagte mir, dass er seine Retterin sehr gerne sehen würde, wenn sie sich meldet. Das sind dann ja wohl Sie?“
„Äh, ja.“
„Dann kommen Sie doch gerne vorbei. Er darf Besuch empfangen.“
Heide fühlte sich ein bisschen merkwürdig. Etwa so, wie bei ihrem allerersten Date mit Benno. Aber kneifen kam natürlich nicht in Frage.
Der vierbeinige Benno lag leise schnarchend auf seiner Decke, als Heide am Nachmittag das Haus verließ und runter ins Dorf stapfte, wo sie ihr Auto abgestellt hatte. Die weiße Pracht machte das Laufen zwar schwer, aber die Landschaft sah bezaubernd aus. Nur, richtig genießen konnte Heide den schönen Anblick nicht. Unerklärlicherweise klopfte ihr Herz, ihr Kopf fühlte sich an, als sei er aus Watte. Vor ihrem inneren Auge sah sie immer noch das Gesicht des Mannes. Von Sven. Köllemeyer.
Eine Stunde später klopfte sie an die Tür des Krankenzimmers. Nur eins der beiden Betten war belegt. Darin lag Sven Köllemeyer. Er war an einigen Geräten angeschlossen und hatte einen Sauerstoffschlauch in der Nase, aber er war es unverkennbar.
Heide räusperte sich. „Hallo.“
„Sie sind es!“
Das Lächeln des Patienten strahlte auf Heide wie ein Zweihundertwattscheinwerfer. Nun, mit etwas Farbe auf den Wangen, sah der junge Mann aus, wie Keanu Reeves in seinen Anfangsjahren. Heide verfärbte sich. Was wollte sie hier? Sich ein Dankeschön abholen? Sich schämen, weil sie älter war und nahe dran, sich in diesen Mann zu vergucken? Gab es überhaupt sowas wie Liebe auf den ersten Blick?
Oh Gott, sah dieser Kerl umwerfend aus!
„Bitte setzen Sie sich doch.“ Er winkte ihr, zeigte auf den Stuhl neben seinem Bett.
Heide sank nieder. Immer noch nicht in der Lage, ein vernünftiges Wort herauszubringen.
„Ist das für mich?“ Keanu deutete auf das Päckchen in ihrer Hand. Heide errötete, war nur dazu imstande, zu flüstern. „Plätzchen, selbst gebacken.“
Er freute sich, das sah sie. Und nicht nur über die Plätzchen, sondern auch über ihre Anwesenheit.
„Ihr Hund“, haspelte sie. „es geht ihm gut. Er ist bei mir.“
„Mein Hund?“
„Ja, Ihr Schäferhund. Ich habe ihn einstweilen Benno getauft, wegen…“ Schon wieder stieg Heide Farbe ins Gesicht. „Also wegen … Ähm. Er hat mich zu Ihnen geführt.“.
„Ich habe gar keinen Hund.“
Heide lachte verblüfft. „Was?“
„Vielleicht erzählen Sie mir von vorn? Ich bin übrigens Sven.“
Sven nahm ihre Hand. Das fühlte sich unheimlich gut an.
„Bitte.“
Heide schluckte einen klitzekleinen Frosch herunter und lächelte tapfer, während ihre Finger glühten.
„Heide. Und Sie haben wirklich, wirklich keinen Hund?“
Sven schmunzelte. „Wirklich, wirklich nicht. Aber bitte erzählen Sie mir von, äh, Benno. Dann hat er mir ja auch das Leben gerettet.“
Ja, das hatte Benno. Für Heide stand in diesem Augenblick fest, dass Benno, egal wie diese Geschichte hier ausging, einen Orden verdient hatte. Mindestens einen. Und sie würde dafür sorgen, dass es ihm gut gehen würde.
„Also, ja. Da war dieses Kratzen an meiner Tür…“.