Er ist wieder da

Er ist wieder da von Autor Timur Verne wurde mir von einer Taxifahrerin empfohlen. Ich sage euch: Hört drauf, wenn ein Taxifahrer euch etwas erzählt!
Diese herrliche Satire kann ich nicht anders als genial bezeichnen. Wie oft ich es in der Hand hatte oder auch verborgt habe, seht ihr an den Schmutzflecken. Die sind echt! Ja, was ist denn so genial an diesem Buch?
Verne lässt Adolf Hitler im Jahr 2011 wieder auferstehen. Mitten in Berlin. Hitler macht sich auf den Weg, das moderne Deutschland zu erkunden. Er erklärt sich dabei die Welt, wie sie in sein Gedankengut passt. Im neuen Kontext gesehen, biegt das jedem Leser die Mundwinkel hoch. Es geht gar nicht anders!
Hitler wird von den Berlinern als sein eigener, begnadeter, Imitator wahrgenommen und entsprechend behandelt. Hier wird der Gesellschaft auf einzigartige Weise der Spiegel vorgehalten – sozusagen das Sahnehäubchen auf dem Thema, das der Autor perfekt inszeniert hat.
Ich habe das Buch an einer beliebigen Stelle aufgeklappt, um euch mit einem Zitat zu beglücken. Glaubt mir, der Text ist absolut willkürlich gewählt, steht aber beispielhaft für den ganzen Roman.
„Es hat mich insofern auch nicht erstaunt, als ich erfuhr, welchen Erfolg neuerdings der Schwede mit seinen Möbeln feiert. Der Schwede in seinem Lausestaat ist ohnehin die ganze Zeit auf der Suche nach Feuerholz, da ist es nicht verwunderlich, dass dabei auch einmal ein Stuhl herumkommt oder ein Tisch.“
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, sodass der Leser ohne Umwege Hitlers Gedanken nachvollziehen und einen völlig neuen Blick auf (noch immer) aktuelle Themen werfen kann. Dass hier so ziemlich alles durch den Kakao gezogen wird, muss ich sicher nicht extra erwähnen. Vernes Roman landete auf der Spiegel-Bestsellerliste und das völlig zu Recht, finde ich.