Ein ganzes halbes Jahr

Kann ein Roman gleichzeitig herzzerreißend und wunderschön sein? Ja, er kann, wenn Jojo Moyes ihn schreibt und ihm den Titel „Ein ganzes halbes Jahr“ gibt. Das ist genau die Zeitspanne, die Lou bleibt, um Will kennen- und lieben zu lernen.
Sie ist eine junge Frau, gefangen in ihrer Kleinstadtwelt und dennoch auf ihre eigene Weise ein Paradiesvogel, der nur noch nicht gelernt hat, das Leben zu entdecken. Er ist ein ehemaliger, höchst erfolgreicher, Überflieger aus gutbetuchtem Haus – nun vom Hals abwärts gelähmt, schwerkrank und dem Leben abgewandt.
Wer hier eine klassische Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Und doch ist dieser Roman voller Herzschmerz, so anrührend und schön, dass es sogar Männern ein Glitzern ins Auge treibt, auch wenn sie es nicht zugeben werden.
Dabei spart die Autorin nicht an Humor, schickt ihre beiden Figuren in Situationen, denen sie nicht gewachsen sind und die sie auf einzigartige Weise miteinander verbinden. Der Leser leidet mit, fiebert mit und hofft auf ein Happyend, das möglich und unmöglich erscheint. Absolut lesenswert!