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Der Talisman


Der Talisman ist eins meiner Lieblingsbücher, weil … Ja, da gibt es mehrere Gründe.

Von was handelt es eigentlich?

Quer durch die USA, aber auch quer durch ihre imaginäre, mittelalterliche Gegenwelt, genannt Die Region, führt die äußerst gefahrvolle Reise der zwölfjährigen Halbwaise Jack auf der Suche nach dem geheimnisvollen Talisman, der seine sterbenskranke Mutter zu retten verspricht. Jack muss das schwarze Haus erreichen, in dem sich der Talisman befinden soll und er muss Abenteuer bestehen, von denen ein Junge seines Alters nicht einmal träumen sollte.

Einer der Faktoren, die das Buch so sympathisch machen, ist Jack. Er ist nicht schlauer oder besser als andere Kinder seines Alters, sondern nur verzweifelter. Seine Entwicklung während der Reise zu verfolgen, seine Tiefen auszuloten, seine Ängste mitzuerleben, die sehr überzeugend und nachvollziehbar sind, aber auch zu sehen, wie Jack an den Herausforderungen wächst, hat etwas Magisches.


Magisch ist auch die Parallelwelt, in der Jack zeitweise unterwegs ist, während er versucht, seinem Onkel zu entkommen, der nicht unbedingt sein Bestes will. „Die Region“ ist eine mittelalterlich anmutende, Welt, in der die meisten der handlungsrelevanten Figuren der echten Welt einen „Twin“, einen Zwilling haben. Und natürlich, King wäre nicht King, würde es da nicht Gutes und Böses dicht Beieinander geben. Das ist der zweite Grund, warum ich das Buch so fantastisch finde. Zusammen mit Jack diese andere Welt und deren Bewohner zu entdecken, ist absolut spannend.

Der dritte Grund ist Jacks Gefährte „Wolf“, der ein Zwischending zwischen Mensch und Wolf ist (aber kein Werwolf) und der wiederum und gezwungenermaßen unsere, Jacks Welt, mit durchqueren muss. Wolf ist mehr Hindernis als Hilfe für Jack, aber seine Anwesenheit führt dazu, dass dieser zwölfjährige Junge zusätzlich zu seinem Kummer und den Strapazen der Reise Verantwortung übernehmen und daran wachsen muss. Die Figur des „Wolf“ ist treu, hat ein goldenes Herz und opfert sich schlussendlich für seine Herde (Jack) – wer Wolf bis dahin nicht lieben gelernt hat, wird es spätestens dann tun.

„Der Talisman“ ist bis zur letzten Seite spannend, voller Überraschungen und emotional überzeugend.

Handwerklich ist das bereits 1984 erschienene Buch wie gewohnt großartig, bis auf ein paar unnötige beschreibende Wiederholungen am Anfang des Romans und ein zwei winzigen Logikfehlern – aber das ist zu verschmerzen. Für mich immer wieder ein großartiges Leseerlebnis!


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